Ich seh(e) etwas was Du nicht siehst !

wenn ich am Küchentisch sitze und zum Fenster hinaus schaue, dann sehe ich eine große, alte Tanne. Sie hat ihre Äste bis in den Wipfel breit ausgefächert. Im rechten obersten Ast erkenne ich ein Gesicht. Wie es scheint, präsentiert es sich nur für mich. Es ist geschlechtsneutral. Ich habe mir schon einmal den Zeichenblock bringen lassen und werde heute noch nach der Zeichenkohle suchen. Bevor ich mit der Fotografie begann hab ich gezeichnet. Portraits mit Kohle, Bleistift und Röteln. Ich habe mich heute für den Bleistift entschieden. Er ist für die erste Skizze am besten geeignet. Erst danach käme dann die Kohle.

Ich freu mich schon auf den ersten Nach-Corona- Besuch in der Kunsthalle Würth. Dabei denk ich andauernd an den Sauhund, den Kuckuck. Ein wunderschöner Vogel und ein solcher Sauhund. In der Kunsthalle Würth hat er seine Heimat gefunden. Was da nur noch fehlt, ist das Kuckucksnest. So aus dem Stegreif wüßte ich jetzt auch nicht wie ich es malen sollte. Vielleicht komme ich noch drauf? Aber mir fällt ein da ist doch schon mal einer über das Kuckucksnest geflogen !

Ob Tommi Ungerer in “Tierleben und Getier” einen Kuckuck gezeichnet hat glaub ich jetzt mal nicht. Der hat andere prächtige Getiere gezeichnet. Ich habe ihn noch zu seinen Lebzeiten beim Würth kennenlernen dürfen. Meine Frage was es denn mit der Sau und dem grünen Apfel auf sich hat, das hat er mir  und den anderen Anwesenden voller Freude erklärt.

Schade, er hat den Zeichenstift für immer aus der Hand gelegt…RIP

…something in the air…! Thunderclap Newman 1969

Es ist immer wieder erstaunlich wie sehr mich Musik in andere Hemisphären katapultieren kann. Ich sehe es als eine Art von Placebo-effekt. Manche Stücke scheinen für die Ewigkeit geschrieben worden zu sein. Auch als Alt-Rocker reissen sie mich jedesmal wieder mit.

Nachdem ich meinen You Tube Kanal wieder gefunden habe mit den antiken Stücken, kam mir die Idee ihn wieder frisch zu beleben. So richtig befeuert hat mich die Geburtstagssendung mit dem Niedecken von BAB. Zur Anmerkung, ich kannte den Schlagzeuger Jürgen Zöller schon als er noch mit seiner Mutter in Neuenhain in der Königsteiner Strasse 60 gewohnt hatte. Übrigens fast so ähnlich wie Elvira Bach. Niedecken und sein “Verdamp lang her” berühren meine Seelen. Stellen, von denen ich gerade mal weiß, dass ich sie habe. Bei aller Lobhudelei beneide ich ihn nur um seine monatliche Radiosendung beim WDR. Besonders die Tontechnikerin hinter der Glasscheibe. Die auf einen Wink von ihm die Aufnahme- und Aussteuerungstechnik bedient. Ich und Studiotechnik….die Hölle! Und das sowohl ich meine Radiosendung seit 2007 “Nik vor 12!” gemacht habe. Eine meiner Wünsche wäre auch eine Live Sendung aus Crailsheim zu machen oder den Nachtfalken. Was nicht ist, kann ja immer noch werden.

Eine meiner großen Träume ist es schon lange Märchenerzähler zu werden. In der Form wie sie Ali Salafenisch und Rafik Schamir erzählen, aber das ist eine andere Geschichte. Ich sehe mich dabei in der Wüste, in den schwarzen Zelten der Beduinen. Von einer Gum die scheinbar auch der Schetan fürchtete. Von wunderschönen Prinzessinnen die mit dem Schwert und dem Pfeil und Bogen ebenso umgehen können wie mit der Harfe. Und es gibt einen mächtigen Zauberer der diese eine Prinzessin besitzen möchte. Sie ihn aber ablehnt. Er erliegt ihrem Zauber, sie aber nicht seinem. Alleine ihr herzliches Lächeln dem niemand widersteht und an dem auch die Magie des großen Zauberers zerbröselt….

Beginnen würde ich meine Erzählungen jedesmal mit dem Satz: “Die Einen sagen es wäre alles wahr, die Anderen sagen alles sei gelogen…..”

Wer suchet wird manchmal auch fündig…!

Jetzt suche ich schon seit Tagen meine Scheckkarte. Gefunden habe ich sie bis jetzt noch nicht. Aber ich bin hoffnungsvoll. Unser Haushalt verliert nix, man muß nur manchmal recht lange suchen bis man fündig wird.

Gefunden habe ich ein kleines Reise- Tagebuch von 1968, als ich mit Jobby Thiel zusammen über den Hunsrück, die Eifel, die Mosel bis zum Rhein runter gewandert bin. Wir sind mit dem Zug bis Rüdesheim gefahren, mit der Fähre über den Rhein übergesetzt nach Bingen und von dort aus losgelaufen. Geschlafen haben wir in Jugendherbergen. Der Höhepunkt war der Besuch in Adenau und dem Nürburgring. Die Firma ATE testete damals Scheibenbremsen an Rennwagen. Als die an die Boxen kamen glühten diese Bremsscheiben. Ein älterer Mitarbeiter der Rennstrecke zeigte und erklärte uns die Rennstrecke. Gebaut wurde sie als Arbeitsmaßnahme für die Menschen in der Eifel. Heute würde man sagen, eine strukturschwache Region. Alle Rennsportgrößen sind hier schon durch die Kurven gerast. Ich erinnere mich gerne an Graf Berge von Trips, so wie der, wollte ich auch gerne werden. Es kam allerdings etwas anders. Den ersten Eintrag in mein Tagebuch habe ich am 11.8.1968 niedergeschrieben.

über Jobby Thiel habe ich mittlerweile erfahren dass er irgendwo in Rußland lebe, mit einer neuen Familie. Im Laufe der Jahre haben wir uns aus den Augen verloren. Kennengelernt haben wir uns bei den “Catholics”, der Katholischen Jugend in Unterliederbach. Das war zu dem damaligen Zeitpunkt die absolute Elite derer, die nicht zum Fußball getaugt haben. So wie ich. Vom Fußball weiß ich nur so viel: man darf während des Spiels nicht in den Ball beißen. Weil der Schiedsrichter davon nicht begeistert ist. Jobby Thiel besaß eine gute, leichte Akustik- Gitarre, ein Japanisches Modell. Er konnte aber nicht spielen. Dafür konnte ich gut spielen. Wir haben auf unserem Weg manch einem netten Zeitgenossen ein Dankeschön geträllert. Unsere Topsongs waren damals “Einst machte ich mich auf” und “Nehmt Abschied Brüder” . Die Leute waren begeistert. Sie hielten uns für Studenten. Ich erinnere mich gerne an Longcamp auf dem Hundsbuckel . Dort stand mitten im Straßendorf ein Brunnen an dem wir unsere Brotzeit einnehmen wollten. Ein älterer Mann kam aus seinem Haus und bat uns doch mit ihm in seinem Haus zu frühstücke, was wir gerne annahmen.

Je länger ich nachdenke um so mehr Bilder und Situationen steigen in mir wieder auf. Es gibt ein Deja Vue. mit Situationskomik der feinsten Art. Alles schon ein paar Tage her.

Ich bleibe weiter gespannt wo die Scheckkarte wieder auftaucht…

Alles hat seine Zeit !

Auf Grund meiner gesundheitlichen Verfassung sehe ich mich gezwungen von meiner Radiosendung ” Nik vor 12!”eine Auszeit zu nehmen. Wie ich mich danach entscheiden werde, das hängt von gesundheitlichen Faktoren ab.

Begonnen habe ich meine Sendung am 7. Januar 2007. Nachdem ich selber Gast in einer Sendung des damaligen Redaktionsteams “Unterwegs” eingeladen gewesen bin. Es ging in der Sendung um Dialekte. In allen Dialekten gibt es Wörter die nicht eins zu eins übersetzt werden können. Die Bedeutung läßt sich großzügig umschreiben, trifft aber dennoch nicht das Gesagte. Alleine Ausdrücke wie Bachl, Depp, Labbeduddel wären im Hochdeutschen übersetzt eine Beleidigung. Im Dialekt jedoch kann man gut damit leben.

In den 14 Jahren meiner Tätigkeit habe ich viele spannende Begegnungen gehabt mit Frauen und Männern aus dieser Region und der ganzen Welt u.a. eine Personaltrainerin aus Rio de Janeiro, ehemalige Minister, Dozenten der verschiedenen Fachbereichen, aufstrebende und etablierte Künstler:innen, Menschen mit besonderen Hobbys und Berufen und solchen wie du und ich.

In meiner Anmoderation sagte ich stets ” Sie hören eine der besten Radio-Sendung der Welt, mit und für Menschen, die wissen was die Stunde geschlagen hat. Mit den interessantesten Menschen aus dieser Region und der ganzen Welt.”

Ich danke allen die mir über die Jahre zugehört haben, wünsche Ihnen allen eine gute Zeit viel Spaß bei allem was sie tun und bleiben sie gesund ! Bis dann mal wieder, Ihr Nik aus Crailsheim.

Ein Hoch auf die Einfallslosigkeit!

Die vom Stadtrat bevorzugte künftige  Leichenhalle erinnert mich stark an meine Kindheit, in der ich die gefundenen Maikäfer in eine Schuhschachtel mit ein paar Blättern gesteckt habe. Deckel drauf fertig war’s.  Ich kann mir vorstellen, dass der Architekt der Halle von dem Glauben beseelt war, wer hier drinnen liegt, sieht sowieso nichts mehr. Die Trauergäste blicken mit versenktem Blick eh nur auf den Boden. Dabei bietet sich doch der Ort der Trauer an, noch ein bisschen zu verweilen, Abschied zu nehmen. Ins Gespräch zu kommen über Vergangenes, eventuell über den Verstorbenen. Aber dazu braucht es ein entsprechendes Ambiente.  Die letzte irdische Station sollte doch ein  Sakralbau sein und den kann ich bei dieser Mittel- zum Zweck- Anlage beim besten Willen nicht erkennen !

Es geht hier um angehörige Menschen von denen wir Abschied nehmen. Denen wir unsere Hochschätzung und Verehrung, unsere Liebe entgegen  brachten und bringen.

Jeder Bulldog- oder Hühnerschuppen in Hohenlohe versprüht mehr Charme als dieser Entwurf.  Und der Stadtrat nimmt diesen Entwurf auch noch an. Ich frage mich ernsthaft, bedarf es tatsächlich eines langen Architekturstudiums um eine solche Einfallslosigkeit erstellen zu können. Design und Ästhetik sind hier nur schwer zu erkennen, scheinen fehl am platz zu sein.

„Zeigt mir wie ihr Eure Toten ehrt und ich werde euch sagen wessen Geistes ihr seid!“ , so Aristoteles vor über 2000 Jahren

Nikolaus Schyra

Es kommt immer so überraschend…!

15. Dezember 2020Nikolaus Schyra

Ich kann es drehen wie ich es will, das weihnachtliche Gefühl lässt sich nicht wieder abstellen. Es ist einfach so da. Zwar ist es anders als letztes Jahr noch. Was fehlt sind die Begegnungen draußen. Der Punsch, die heiße Bratwurst das Schwätzchen am Stand. Die Pandemie zeigt sich von ihrer schrecklichsten Seite. Die Todeszahlen steigen unaufhörlich an. Und die Querdenker glauben fest an ihre gequirlte Sch..… Und was noch schlimmer ist es gibt genügend Leute die diesen Schwachsinn glauben. Bloß was ist wenn es einen Querdenker erwischt? Ist doch alles nicht so schlimm oder? Leider hört man dann gar nichts von denen. Die Todeszahlen steigen und die Genesenen berichten von ihrem Leiden. Die Alternative zu Corona heißt Tod. Wie es mir scheint geht es hier nicht um die Sorge der Menschen sondern nur darum die Leute zu verunsichern und aufzuhetzen.

Zugegeben Corona ist eine harte Nuss. Und jeder stirbt für sich alleine!

Mir kommt es so vor wir führen einen Vernichtungskrieg gegen die Natur und die Natur schlägt mit dem kleinsten Geschütz welches sie anzubieten hat zurück-  Corvid 19. Eine Angriffs- und Verteidigungswaffe und so überraschend eingesetzt und  dazu noch  weltweit. Niemand ist da auf den man die ganze Pandemie schieben könnte. Wäre sie nicht so tödlich gegen uns, ich könnte glauben alles wäre nur ein Science fiction film.

Ich kann nur auf die Impfung hoffen… hoffentlich gehts bald los.

Wetten das die Coronaleugner und Impfgegner die ersten sind die sich impfen lassen…?

Diesen Leserbrief hatte ich vor Weihnachten veröffentlichen wollen aber er ist zwischen mir und dem HT verloren gegangen…ich veröffentliche ihn noch nachträglich in meinem Blog.