Kartoffel for ever !

Ich möchte mich auf diesem Wege bei Euch allen für die netten Geburtstagswünsche und Geschenke bedanken ! Große Heiterkeit fanden die Haschkekse und von einer wunderschönen Landfrau ein Sack Kartoffel. Übrigens die besten die es hier in dieser Gegend gibt. Da ich im Kartoffelland Vorderer Taunus aufgewachsen bin, fast wie ein Geschenk des Himmels ! Diese Kartoffel stellen mich wieder auf die Beine, nachdem mich das Diakoneo, ,die Urologie, in Hall mit einer Uro-Sepsis nicht kaputtmachen konnte. Bei der erneuten Einlieferung durch den Notarzt in diese Station, wurde ich u.a. als Simulant beschimpft.

Nie wieder Urologie Diakoneo Hall !

Was ist los? Ist was passiert???

Seit fast einem Vierteljahr schon ist hier nix und draußen viel passiert. In Vertretung von Nik vor 12 erdreiste ich mich heute um ein Lebenszeichen abzusetzen. Vorweg- hurra!, wir leben noch.

Im Juni begab sich Nik nach Schwäbisch Hall ins Diakoneo, früher einfach mal nur Diak genannt. Offiziell und in der langen Version Diakonissenkrankenhaus. Es war ein gutes und renommiertes Krankenhaus. Mittlerweile durch den Zusammenschluss mit der Diakonie … na ja….

Nik hat sich also zu einer, für Männer im gewissen Alter nicht unüblichen, Operation begeben. Nach ein paar Tagen sollte, so die Ärzte, alles gut sein. So schien es auch die ersten zwei, drei Tage danach. Dann, beim Besuch, fiel mir auf, dass er nur noch müde war. Noch müder als sonst. Am 5. Tag nach der OP holte ich ihn ab. Die Schwester, die ihn mir übergab meinte „Sie haben doch sicher einen Pflegedienst und alles zu Hause“ „????????????????“ „so schwach wie der Mann ist“ . Wir kämpften uns ins Parkhaus durch. Unterwegs trafen wir noch eine Freundin. Auf der Fahrt nach Hause besprachen wir wie der restliche Tag ablaufen soll und ich kaufte noch geschwind für‘s Mittagessen ein. Zu Hause dann setzte Nik sich in den Sessel und schlief sofort und sehr tief ein. Und von da an, konnte ich dann zusehen, wie er tatsächlich schwächer und schwächer wurde. Er fand noch gerade so den Weg ins Bett, musste gelegentlich raus und blieb dann auf dem Bettrand sitzen und schlief, war kaum ansprechbar. Ein Anruf spätabends in der Klinik brachte mir die Ansage des Arztes „…dann kommen sie morgen früh um 11 Uhr in die Klinik“ . Wie? Einen Menschen, der kaum ansprechbar ist? frühmorgens rief ich dann die 112. Die Diagnose, die ich erfragen wollte und die ich erstmal nicht erhielt, lediglich „wir haben einen Stamm angesetzt“, hieß bei Entlassung Uro- Sepsis. Nik kämpfte hart einige Tage und eine weiteren Aufenthalt im Diak , kämpfte während einer Reha in Bad Mergentheim und kämpft immer weiter.

Dieser Kampf zeigt Wirkung, Tag für Tag geht es ein Stückchen vorwärts, manchmal ein bisschen zurück, manchmal stagniert es aber es ist schon ein Stück geschafft und es geht weiter…

Ich grüße Niks Fangemeinde . Bleibt ihm treu! Er kommt wieder!!!

Ich seh(e) etwas was Du nicht siehst !

wenn ich am Küchentisch sitze und zum Fenster hinaus schaue, dann sehe ich eine große, alte Tanne. Sie hat ihre Äste bis in den Wipfel breit ausgefächert. Im rechten obersten Ast erkenne ich ein Gesicht. Wie es scheint, präsentiert es sich nur für mich. Es ist geschlechtsneutral. Ich habe mir schon einmal den Zeichenblock bringen lassen und werde heute noch nach der Zeichenkohle suchen. Bevor ich mit der Fotografie begann hab ich gezeichnet. Portraits mit Kohle, Bleistift und Röteln. Ich habe mich heute für den Bleistift entschieden. Er ist für die erste Skizze am besten geeignet. Erst danach käme dann die Kohle.

Ich freu mich schon auf den ersten Nach-Corona- Besuch in der Kunsthalle Würth. Dabei denk ich andauernd an den Sauhund, den Kuckuck. Ein wunderschöner Vogel und ein solcher Sauhund. In der Kunsthalle Würth hat er seine Heimat gefunden. Was da nur noch fehlt, ist das Kuckucksnest. So aus dem Stegreif wüßte ich jetzt auch nicht wie ich es malen sollte. Vielleicht komme ich noch drauf? Aber mir fällt ein da ist doch schon mal einer über das Kuckucksnest geflogen !

Ob Tommi Ungerer in “Tierleben und Getier” einen Kuckuck gezeichnet hat glaub ich jetzt mal nicht. Der hat andere prächtige Getiere gezeichnet. Ich habe ihn noch zu seinen Lebzeiten beim Würth kennenlernen dürfen. Meine Frage was es denn mit der Sau und dem grünen Apfel auf sich hat, das hat er mir  und den anderen Anwesenden voller Freude erklärt.

Schade, er hat den Zeichenstift für immer aus der Hand gelegt…RIP

…something in the air…! Thunderclap Newman 1969

Es ist immer wieder erstaunlich wie sehr mich Musik in andere Hemisphären katapultieren kann. Ich sehe es als eine Art von Placebo-effekt. Manche Stücke scheinen für die Ewigkeit geschrieben worden zu sein. Auch als Alt-Rocker reissen sie mich jedesmal wieder mit.

Nachdem ich meinen You Tube Kanal wieder gefunden habe mit den antiken Stücken, kam mir die Idee ihn wieder frisch zu beleben. So richtig befeuert hat mich die Geburtstagssendung mit dem Niedecken von BAB. Zur Anmerkung, ich kannte den Schlagzeuger Jürgen Zöller schon als er noch mit seiner Mutter in Neuenhain in der Königsteiner Strasse 60 gewohnt hatte. Übrigens fast so ähnlich wie Elvira Bach. Niedecken und sein “Verdamp lang her” berühren meine Seelen. Stellen, von denen ich gerade mal weiß, dass ich sie habe. Bei aller Lobhudelei beneide ich ihn nur um seine monatliche Radiosendung beim WDR. Besonders die Tontechnikerin hinter der Glasscheibe. Die auf einen Wink von ihm die Aufnahme- und Aussteuerungstechnik bedient. Ich und Studiotechnik….die Hölle! Und das sowohl ich meine Radiosendung seit 2007 “Nik vor 12!” gemacht habe. Eine meiner Wünsche wäre auch eine Live Sendung aus Crailsheim zu machen oder den Nachtfalken. Was nicht ist, kann ja immer noch werden.

Eine meiner großen Träume ist es schon lange Märchenerzähler zu werden. In der Form wie sie Ali Salafenisch und Rafik Schamir erzählen, aber das ist eine andere Geschichte. Ich sehe mich dabei in der Wüste, in den schwarzen Zelten der Beduinen. Von einer Gum die scheinbar auch der Schetan fürchtete. Von wunderschönen Prinzessinnen die mit dem Schwert und dem Pfeil und Bogen ebenso umgehen können wie mit der Harfe. Und es gibt einen mächtigen Zauberer der diese eine Prinzessin besitzen möchte. Sie ihn aber ablehnt. Er erliegt ihrem Zauber, sie aber nicht seinem. Alleine ihr herzliches Lächeln dem niemand widersteht und an dem auch die Magie des großen Zauberers zerbröselt….

Beginnen würde ich meine Erzählungen jedesmal mit dem Satz: “Die Einen sagen es wäre alles wahr, die Anderen sagen alles sei gelogen…..”

Wer suchet wird manchmal auch fündig…!

Jetzt suche ich schon seit Tagen meine Scheckkarte. Gefunden habe ich sie bis jetzt noch nicht. Aber ich bin hoffnungsvoll. Unser Haushalt verliert nix, man muß nur manchmal recht lange suchen bis man fündig wird.

Gefunden habe ich ein kleines Reise- Tagebuch von 1968, als ich mit Jobby Thiel zusammen über den Hunsrück, die Eifel, die Mosel bis zum Rhein runter gewandert bin. Wir sind mit dem Zug bis Rüdesheim gefahren, mit der Fähre über den Rhein übergesetzt nach Bingen und von dort aus losgelaufen. Geschlafen haben wir in Jugendherbergen. Der Höhepunkt war der Besuch in Adenau und dem Nürburgring. Die Firma ATE testete damals Scheibenbremsen an Rennwagen. Als die an die Boxen kamen glühten diese Bremsscheiben. Ein älterer Mitarbeiter der Rennstrecke zeigte und erklärte uns die Rennstrecke. Gebaut wurde sie als Arbeitsmaßnahme für die Menschen in der Eifel. Heute würde man sagen, eine strukturschwache Region. Alle Rennsportgrößen sind hier schon durch die Kurven gerast. Ich erinnere mich gerne an Graf Berge von Trips, so wie der, wollte ich auch gerne werden. Es kam allerdings etwas anders. Den ersten Eintrag in mein Tagebuch habe ich am 11.8.1968 niedergeschrieben.

über Jobby Thiel habe ich mittlerweile erfahren dass er irgendwo in Rußland lebe, mit einer neuen Familie. Im Laufe der Jahre haben wir uns aus den Augen verloren. Kennengelernt haben wir uns bei den “Catholics”, der Katholischen Jugend in Unterliederbach. Das war zu dem damaligen Zeitpunkt die absolute Elite derer, die nicht zum Fußball getaugt haben. So wie ich. Vom Fußball weiß ich nur so viel: man darf während des Spiels nicht in den Ball beißen. Weil der Schiedsrichter davon nicht begeistert ist. Jobby Thiel besaß eine gute, leichte Akustik- Gitarre, ein Japanisches Modell. Er konnte aber nicht spielen. Dafür konnte ich gut spielen. Wir haben auf unserem Weg manch einem netten Zeitgenossen ein Dankeschön geträllert. Unsere Topsongs waren damals “Einst machte ich mich auf” und “Nehmt Abschied Brüder” . Die Leute waren begeistert. Sie hielten uns für Studenten. Ich erinnere mich gerne an Longcamp auf dem Hundsbuckel . Dort stand mitten im Straßendorf ein Brunnen an dem wir unsere Brotzeit einnehmen wollten. Ein älterer Mann kam aus seinem Haus und bat uns doch mit ihm in seinem Haus zu frühstücke, was wir gerne annahmen.

Je länger ich nachdenke um so mehr Bilder und Situationen steigen in mir wieder auf. Es gibt ein Deja Vue. mit Situationskomik der feinsten Art. Alles schon ein paar Tage her.

Ich bleibe weiter gespannt wo die Scheckkarte wieder auftaucht…