nun ist er da, der Winter mit Schnee bis in die tieferen Lagen, so der Wetterbericht. Die Kinder wird’s freuen. Endlich den Schlitten raus holen und ab auf die Rodelbahn, so war das jedesmal zu meiner Kindheit. Alle Erdhaufen die sich nur eigneten zum hinunter sausen waren fest in Kinderhand. Schneemänner standen in den Vorgärten verziert mit Eierkohlen und gelbe Rüben als Nasen. Man rodelte was das Zeug aushielt. Die Schuhe waren total naß und Hosen unten schon gefroren. Erst die Dunkelheit beendete den Spaß. In der Küche angekommen wurden als erstes die nassen Lederschuhe mit Zeitungspapier ausgestopft und ins Backrohr gestellt. Die Hose hing über dem Ofen zum trocknen. Denn am nächsten Morgen mußte sie trocken sein, für die Schule. Nach der Schule ging der ganze „Tanz“ wieder von vorne los. Für uns Kinder eine wahrhaft glückliche Zeit. Der laute Schrei „Bahn“ und mit vollem Anlauf auf den Holzschlitten geworfen und mit den Füßen gelenkt oder gebremst, war ein „Handwerk“ das jeder verstand. Ab und zu wurde auch jemand mal eingeseift nach der Schneeballschlacht. Wenn`s dann ganz schlimm kam und man zuhause bleiben mußte, weil die Erkältung überhand genommen hatte, drückte man sich die Nase am Fenster platt.
Es war der ekelige Klosterfrau Melissengeist der mich dann wieder ins Leben zurück katapultierte. Meine Mutter bestand darauf, eine sehr kluge und weise Mutter. Was sich auch immer wieder bestätigte.


Hubertus Mayer-Burckhardt zu erleben ist wie eine Fahrt auf dem Grand Canyon bei Hochwasser. Ein Brüller jagt den nächsten. Es gibt dennoch ganz stille Momente wenn er sich den Gedichten widmet. Ein grandioser Erzähler, ein Jongleur der alle Register zieht, ein Verzauberer der einfach nur mitreißt. Ein Radiomann wie ich! Es ist seine Sprache, sein Wortwitz, seine Belesenheit, sein Charme, sein Humor den er im Augenblick einsetzt. Nichts ist einstudiert oder auswendig gelernt. Genau die Mischung die alle Mädels so lieben. Es sind auch seine Begegnungen mit den Frauen die ihn manchmal staunen lassen, ruhig werden lassen um im nächsten Moment wieder positiv witzig explodieren zu können. Es ist das gesprochene Wort, daß durch nichts zu ersetzen ist. Es ist seine Sprachmelodie, die Klangfarbe seiner Stimme um die jeder gute Radiomann weiß. Radio ist durch nichts zuersetzen, denn es ist „Das gesprochene Wort“!
Nachdem ich mit der Technik in Crailsheim auf Kriegsfuß stand, blieb nur noch die Live-Sendung aus Schwäbisch Hall. Die lief wie das heiße Messer durch die Butter.