Zitterndes Herz 7

Eisenkopf ließ sich von Steinacker die Daten eines ganz besonderen Immobilienmaklers vorlesen. Seine Reaktion darauf war nur ein leises Pfeifen, verbunden mit einem breiten Grinsen. Sein Kommentar war knapp und kurz. „Ausgerechnet DER! Ein unbedeutender Wichtigtuer der von dem Geld seiner Frau lebt. Aber stets so auftritt, als sei er die Krönung der männlichen Schöpfung. Geistig und optisch“. Weiterhin konnte man in der Liste nachlesen, dass er häufig mit einer Nina Petkowa Verkehr auf seine besondere Art hatte. Eisenkopf dachte dabei an die Tote. Vielleicht hatte sie ihn erpresst oder doch den Kowalski. Eine andere Variante könnte auch sein, dass sie sich über ihn lustig gemacht hatte und er dann ausgerastet war. Die Staatsanwältin stellte den Haftbefehl aus. Man verhaftete den Makler noch am gleichen Nachmittag und führte ihn dem Haftrichter vor. Als Eisenkopf ihm den Haftbefehl vorlas gab er sich noch großspurig und verlangte nach seinem Anwalt. Als er auf das bewusste Heft von Kowalski angesprochen wurde, klappte er sogleich zusammen und fing an zu schluchzen. Wie ein kleines Kindchen das mit beiden Knien auf die Straße geknallt ist. Für beide Kommissare ein ungewohnter Anblick. Sein  Anwalt kam und forderte ihn auf nichts mehr zu sagen. Doch er war in einem so desolaten Zustand, dass man ihn in seine Zelle abführte und den Amtsarzt  zur Sicherheit bestellte. Bevor der Anwalt gehen wollte bat ihn Eisenkopf in sein Dienstzimmer. Hier eröffnete er ihm, dass er der angesehene Anwalt ebenfalls auf dieser Liste dieses  Kowalskis stand. Er zeigte ihm diese Liste und der Anwalt wurde daraufhin leichenblass. Er stammelte Worte wie Verwechselung, unmöglich, alles Fälschung und Erpressung. Eisenkopf und seine Assistentin nahmen ihn daraufhin gleich selbst ins Verhör.  Nach anfänglichem Leugnen begann er zu erzählen. Dieser Kowalski hätte ihm diese jungen „Dinger“ förmlich aufgedrängt. Bei einem Herrenabend in einer bekannten Villa im Mittleren Weg hätte Kowalski die jungen Mädels aufmarschieren lassen und jeder der anwesenden Herren hätte sich eine aussuchen dürfen. Da alle schon durch reichlich vom Alkohol enthemmt waren, hätte jeder mitgemacht. Mit gehangen mit gefangen, so war die Devise eines jeden Treffens. Besonders der schon Inhaftierte sei durch seine Großspurigkeit aufgefallen. Eines der Mädchen hätte allerdings behauptet er sei impotent. Welche das gewesen sei, wollte Eisenkopf wissen. Nina war die prompte Antwort des Anwalts. Eine Antwort die beide Kommissare erwartet hatten und dennoch überraschte. So wie es aussah hatte man den  Mörder vielleicht schon. Morgen würde Eisenkopf ihn weiter verhören und  auspressen wie eine geschnittene Zitrone. Sein Anwalt saß mittlerweile in der Nachbarzelle. Den Anruf beider besorgten Ehefrauen konnte Eisenkopf nur schwerlich abwimmeln. Bevor Eisenkopf und die Steinacker das Revier verließen reflektierten sie nochmals über die Ereignisse des Tages mit all seinen neuen Erkenntnissen und Vermutungen. Ihnen beiden war klar das sie hier in ein Wespennest gestoßen waren. Eine Sache mit solch immensen Ausmaßen hatte es in dieser Region so noch nicht gegeben. Das tragische war nur, dass alle sich kannten, Kleinstadt eben. Und nicht jeder war jedem hold gesonnen. Alle alten Grabenkriege waren plötzlich wieder präsent. Eisenkopf sagte zur Steinacker: „Wir dürfen uns nicht von dem Gedanken der Rache leiten lassen, sondern sachlich ermitteln wie immer. Denn niemand kennt die ganze Szenerie der kriminellen Machenschaften und menschlichen Abgründe besser als wir beide.“

Die Staatsanwältin hielt am nächsten Tag eine Pressekonferenz ab und wies allerdings auf die Brisanz der gefundenen Aufzeichnungen hin. Eine Bekanntgabe der Namen der auf der Liste stehenden Männer lehnte die Staatsanwältin kategorisch ab um die laufenden Ermittlungen nicht zu stören. Das was die Zeitungen dann am nächsten Tag schrieben, reichte aus um jedem Partygast Sorgenfalten auf die Stirn zu schreiben. Die Gerüchteküche war gewaltig am Brodeln bedingt alleine schon dadurch, dass man sich kannte. Kleinstadt eben.

Mit Traurigkeit habe ich…..

vernommen Dr.Phillipp Jenninger ist verstorben. Ich habe ihn privat und dienstlich kennen lernen dürfen.  Ein feiner Mensch, ein Politiker wie er heute nicht mehr vorkommt. Seine Wertschätzung die er mir gegenüber zeigte, war nicht selbstverständlich als Politiker. Ich hatte ihn als Postkunden als  ich noch Landzusteller in Waldenburg war. Wir waren damals Hauseltern im Albert Schweitzer Kinderdorf.

In Crailsheim vorm Rathaus sind wir uns dann wieder begegnet, im Wahlkampf für die CDU. Er kam strahlend auf mich zu, mein Name war ihm allerdings nicht mehr geläufig . Aber es tat der Situation keinen Abbruch. Es war eine sehr herzliche, freudige Begegnung. Am Tag zuvor konnte man ihn noch mit Gorbatschow zusammen im Fernsehen sehen und am nächsten Tag gibt er mir in Crailsheim die Hand, Wahlkampf

Heute bin ich trotz meiner Traurigkeit froh ihm begegnet zu sein.

Die Herrscherin über Eisen, Stahl und Feuer…

… schickt mir stahlharte Neujahrsgrüße. Was für eine Freude für mich! Erinnere ich mich doch gerne an diese schweißtreibende, laute Arbeit bei ihr in Beimbach. Meine selbstgeschweissten Kunstwerke sind noch bei uns im Haus verteilt,  die Venus und der Janus. Ich wollte einmal in meinem Leben was handfest- gescheites machen und es ist mir Dank Beate Binder auch bestens gelungen !

Als wir im Urlaub am Atlantik bei Lacaneau waren wurde ein Schweißer gesucht. Mig Mag war das Zauberwort der Stunde, ICH trat hervor ! Und die Menge war höchst erstaunt. Es blieb dabei, denn die Franzosen konnten kein Schweißgerät organisieren.

Der Sturm und der Regen draußen erinnern mich sehr an meine „Lehrzeit“ . Ungeheuerlich laut und ein herrliches Gefühl mitten drin gewesen zu sein.

Und schon sind wir drinnen….

…natürlich im neuen Jahr !

Mit Freunden haben wir Sylvester gefeiert. Im kleinen netten Kreis.  Ein festliches Fondue und ein gutes Gläschen zum Anstossen. Gute Gespräche über Urlaub, Gott und die Welt, die lieben Kinderchen und den gewöhnlichen Alltag. Es gab viel zu erzählen  und zu staunen was in Thailand so alles los ist. Alleine der lange Flug und dann die Hitze, nicht gerade sehr prickelnd für unsere Hochleistungskörperchen. Dennoch ist das Land sehr interessant, alleine durch die ganze Kultur und die Religion. Der Dschungel, der Monsun und die Elefanten.

Ich kann mich noch erinnern als ich an Weihnachten das Buch  „Auf Tigerjagdt in Siam“  bekam. An den Inhalt des Buches erinnere ich mich nicht mehr, aber an das Cover mit diesem hochgefährlichen Tiger. Wer weiß heute noch wo Siam liegt ?

Wir hatten den absolutesten Logenplatz für das Sylvester Feuerwerk in Crailsheim. Von der Türkei aus gleichzeitig das Rathaus- und am Bullinger Eck Feuerwerk bestaunen zu können. Was am Bullinger Eck abgebrannt wurde hat alles Andere alt aussehen lassen.

Prost Neujahr Craalse !

Alle Jahre wieder…..

Jedes Jahr das gleiche mit den Weihnachtsplätzchen. Erst werden die guten gegessen obwohl ja alle gut sind und dann bleiben immer DIE übrig, die jedes Jahr übrig bleiben. Wir werden sie mit ins Neue Jahr nehmen und uns langsam aber stetig über sie her machen.

Immer in der Hoffnung lebend es kommt überraschender Besuch der dann alle alleine auf isst. Es wird allerdings wie alle Jahre wieder so sein, wir, die wir wissen wie sie schmecken, werden uns ihrer erbarmen müssen !

Von wegen im Neuen Jahr ein paar Kilochen weniger auf  der Hüfte…?

Ich scheiß auf die guten Vorsätze !

Weihnachten einfach nur still und geheimnisvoll…

Wir haben dieses Jahr Weihnachten ohne „die Kinder“ gefeiert. Nur für uns und es war die beste Entscheidung die wir treffen konnten.

Kein Streit, kein Geschrei, keine Eifersüchteleien …..!

Das Weihnachten der Kinder ist lange vorbei, denn jetzt sind sie alle erwachsen. Haben selber schon eigene Kinder. Trotzdem wollen sie alle wieder Kinder sein.

Die zwei alten Eltern richten alles her und kochen. Die Kinder brauchen nur noch selber essen. Selbstverständlich kann auf das Smartphone, den Laptop, auch während  den Mahlzeiten, nicht verzichtet werden. Ein normales Gespräch, eine Unterhaltung ist nicht mehr möglich. Ständig ist das Handy in Benutzung oder muß beobachtet werden.

Von wegen Hilfe.  Alleine bei der Vorbereitung, wir könnten zusammen…nichts da ! Das würde ja voraussetzen, dass man sich Gedanken macht. Gemeinsam Weihnachten feiern? Dazu vielleicht gemeinsam eine Hütte oder ein Haus  mieten und dann entscheiden wer macht was ? Wir machen alles zusammen und laden unsere Eltern dazu ein. Das würde  Bereitschaft zum Tun und Phantasie voraus setzen. Das würde ein gewisses Mass an Engagement und Familiensinn bedingen, das würde heissen „WIR“ .

Deswegen haben wir Eltern uns Weihnachten selber geschenkt. Es ist diese geheimnisvolle Stille die wir uns bewahrt haben, die Erinnerungen an die eigene Kindheit in unseren Herzen. Die Christmette, wenn auch nur am TV, aber mit dem Lied der Lieder:  „Stille Nacht, heilige Nacht…!“ Der Hund der sich an mich kuschelt und mir seine Wärme schenkt.